Blende | ISO | Verschlusszeit – Das magische Dreieck

#kamingesprächmitkitty
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Es ist bitterkalt draußen, zumindest hier in München, und der Winter gibt sich nochmal die Ehre. Ein Grund mehr, sich in gemütlicher Runde am Kamin zu treffen und ein bisschen über Fotografie zu plaudern: Heute geht’s um das magische Dreieck aus Blende – ISO – Verschlusszeit. Die manuelle Belichtungssteuerung an deiner (DSLR) Kamera, also. Bist du dabei?

Zu allererst einmal, hab keine Angst vor der manuellen Belichtung (als im M Modus deiner Kamera) – probiere es aus! Es ist dabei total egal, ob du gerade Couchzeit mit deinem Baby verbringst oder auf einen Waldspaziergang deine Kamera mitnimmst. Nimm dir Zeit, gib dir selbst Zeit und probiere es aus!

#Blende

Die Blende ist im Grunde nichts anderes als das ‚Loch im Objektiv‘ durch das Licht auf den Sensor einfällt. Je kleiner dieses Loch ist, desto größer ist die Schärfentiefe im Bild. Und umgekehrt, je größer die Blendenöffnung, desto mehr Unschärfe gibt es im Bild.

Die Blende zu verstellen, gibt dir also ein prima Gestaltungsmittel an die Hand. Vor allem in der Portraitfotografie werden eher große Blendenöffnungen genutzt, um den Fokus auf Details und das Gesicht zu lenken und eher unwichtige Dinge, wie den Hintergrund unscharf werden zu lassen. Aber der gestalterische Spielraum ist beinah grenzenlos.
Natürlich hat die Öffnung der Blende auch Einfluß auf die Helligkeit deines Bildes, also auf die Belichtung.

Merke

Hohe Blendenöffnung = kleine ‚Zahl‘ (also bspw. f 1,8) = geringe Schärfentiefe = unscharfer Hintergrund
Kleine Blendenöffnung = große ‚Zahl‘ (also bspw. 16) = hohe Schärfentiefe = scharfer Hintergrund

#ISO

Mit dem ISO Wert wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors angegeben. Je höher du diesen Wert stellst, desto empfindlicher ist der Sensor für Licht. D.h. dein Bild wird grundsätzlich mal heller. Der Vorteil ist, du kannst die Belichtungszeiten verkürzen.

An sonnigen Tagen kannst du in der Regel mit ISO Werten zwischen bis zu 200 gut auskommen. Je dunkler oder bewölkter es wird, umso höhere ISO Werte sind bei ansonsten gleichen Einstellungen (Blende, Verschlusszeit) nötig.

Aber Vorsicht! Auf Partys umverwackelte Bilder ohne Blitz allein durch einen hohen ISO Wert – das ist nur bedingt möglich. Denn je höher der ISO Wert, desto höher ist auch das sogenannte Rauschen im Bild. Das bedeutet, dass Informationen in den Pixeln verloren gehen und dadurch eine Art Körnung oder besser Verpixelung im Bild entsteht. Bessere Kameras (mit Vollformat Sensor) bieten auch bei hohen ISO Werten noch gute Ergebnisse. Ansonsten ab ISO 800 aufpassen und abwägen.

Merke

Viel Umgebungslicht = kleine ISO Werte
Wenig Licht = langsam höhere ISO Werte testen = Vorsicht: Bildrauschen

Ich für meinen Teil umarme Bildrauschen. Das war nicht immer so aber mittlerweile ist es für mich ist es ein tolles Stilmittel gerade in der s/w Fotografie. Trotzdem gibt es auch für mich Limits.

#Verschlusszeit

Die Verschlusszeit ist vor allem für Bewegung relevant. Um eine Bewegung im Bild einzufrieren, verwendest du eher kurze Verschlusszeiten, also ab 1/1000 s etwa.
Je länger du die Verschlusszeit einstellst (also die Zeit in der der Sensor dem Lichteinfall ausgesetzt ist), desto mehr Bewegungsunschärfe hast du im Bild. Aber eben auch mehr Licht 😉

Merke

Bewegung im Bild einfrieren = kurze Verschlusszeiten = ausreichend Umgebungslicht
Fließende Bewegungen (z.b. bei Wasser) / Bewegungsunschärfen = lange Verschlusszeiten, etwa 1/30 s und länger

#dasmagischedreieck

Mit diesem Wissen hast du nun unendlich viel Spielraum für deine Kreativität. Du überlässt nicht mehr der Kamera die Entscheidung ob Dinge zu hell oder zu dunkel sind. Du misst deine Belichtung selbst, legst deinen Fokus selbst und hast jede Freiheit über die Belichtung deines Bildes.

Abhängig davon, was du fotografierst, ist vielleicht ein Parameter weniger flexibel als der andere. Ich persönlich bewege mich zum Beispiel was die Blende betrifft in der Regel zwischen f 1,4 bis etwa 2,8. Bei Gruppenfotos kann es dann auch mal höher gehen, aber das ist dann ja eher die Ausnahme. Aber die Blende stellt bei mir die Basis und ich justiere die anderen (beiden) Parameter entsprechend.

Hier findest du übrigens nochmal eine prima Übersicht (zum Download) zu unseren Parametern des magischen Dreiecks und ihrem Zusammenspiel!

Und jetzt bist du dran! 

  • Mach dich vertraut mit dem magischen Dreieck aus Blende – ISO – Verschlusszeit.
  • Experimentiere ein bisschen und nimm immer mal einen anderen der drei Parameter als Basis und justiere dann die anderen beiden.
  • Berichte mir (und den anderen Lesern) von deinen Erfahrungen in den Kommentaren. Welchen Aha-Moment hattest du? Wo stößt du noch auf Schwierigkeiten? Erzähl uns davon – sharing is caring!

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