Einmal Comer See und zurück

Eine kombinierte Reise

Als Selbständiger mal das Hirn frei zu bekommen, ist wirklich gar nicht so leicht. Den ganzen Tag dreht sich das Kopfkarussell: Wie? Noch anders. Besser!? Das noch. Oh Gott, vergessen. Notiz…. Bisweilen treibt es mich in den Wahnsinn. Und vor ca. drei Wochen stand ich sehr nah am Abgrund und habe mir deshalb kurzerhand einen Tapetenwechsel verordnet. Hier kommen, in zwei Teilen, meine Erkenntnisse aus einem Roadtrip zum Comer See…

Es sollte die Eier-legende-Woll-Mich-Sau werden:

  • Mein Sohn hatte Ferien und musste ohnehin beschäftigt werden.
  • Ich wollte mir schon seit längerem den Comer See als ‚Hochzeitslocation‘ mal anschauen.
  • Ein Pärchenshoot sollte auch noch mit rein.
  • Ich wollte vor Ort die Kolleginnen einer Hochzeitsplanungsagentur persönlich kennenlernen und Stoff für einen Blogbeitrag über Destination Weddings sammeln.
  • Ich wollte raus aus meinem Büro.
  • Und ich wollte mal nur Zeit mit meinem kleinen-großen Jungen verbringen.

Fantastischer Plan. Und natürlich total leicht umsetzbar, eine Woche vor der Angst, als Mutter von zwei Kindern mit einem Mann, der locker mehr als 50 Stunden in der Woche arbeitet. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Panzer. Schlussendlich saßen wir mit gepackten Taschen, einer (zum ersten Mal über Airbnb) gebuchten Unterkunft, im Zentrum von Como, ein paar Snacks und exakt drei(!) ‚Die drei ??? – Kids‘ – CD’s im Auto…

Das Schönste an solchen spontanen Aktionen ist ja, dass das Ergebnis einen total umhaut. Egal in welche Richtung. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch das Pärchenshoot gemacht. An alles Andere konnte ich einen wunderbar zufriedenen Haken machen. Allerdings habe ich jetzt tatsächlich drei Wochen gebraucht, um alles vollends in mich aufzunehmen.

Was Como und der Comer See in Sachen Hochzeit bietet, werde ich euch in Teil zwei noch versuchen näher bringen. Was mich dieser Ausflug als berufstätige Mami gelehrt hat, kommt jetzt…

Ich bin ja nun wirklich nicht die Über-Mutti. Ich definiere mein persönliches Selbst nur zu einem sehr geringen Teil über mein Dasein als Mutter oder über meine Kinder. Und das wusste ich auch schon vor dieser Reise: Die Stimmung zwischen mir und den Kids bestimmt sich im Wesentlichen darüber, wie zufrieden ich mit mir selbst bin.
Der Ausflug nach Como hat mir das dann aber wie eine fette Ohrfeige nochmal direkt ins Gesicht gepfeffert.

Mein Sohn und ich waren ein Team. Gemeinsam haben wir uns aus Deutschland, durch Österreich und die Schweiz bis nach Italien gefunden, sind dort hungernd gefühlte 12 Mal um die Innenstadt von Como getuckert um endlich einen völlig überteuerten, aber bewachten Parkplatz in der Nähe ( 😀 ) unserer Behausung zu finden.

Wir haben entdeckt, dass wir die gleichen Dinge mögen: Klassische Musik auf einem menschenleeren Marktplatz, Lesen in einem Café, Vögel beobachten. Lachen über total Unsinniges. Geschichten erfinden. Fotografieren.

Hört sich an wie aus einem Film, ist aber die reine Wahrheit. Und all das habe ich herausbekommen, weil die ganze Verantwortung dieser Reise bei mir lag. Meine ganze Konzentration lag auf: sicher Ankommen, Finanzen im Auge behalten, Versorgen, Spaß haben. Ich hatte buchstäblich keine Zeit über mein Business und die vielen offenen Fragen nachzudenken… Und so waren meine Augen weit offen für das Wesen meines Sohnes. Ich konnte ihm zuhören. Ihn verstehen. Uneingeschränkt lieben.

Jede Mutter weiß, dass das im Alltag eine Herkulesaufgabe ist. Zuhören, verstehen, lieben. Überall sind so viele Erwartungen und Druck. Und im Alltag fällt mir das zugegebenermaßen sehr schwer. Da ist zuviel eigenes Gedankengut, dass gedacht werden muss.

Aber, mein persönliches ‚Lessons Learned‘: Mein kleiner Großer ist nicht nur irre schlau und interessiert, er ist trotzdem noch ein kleiner Junge, der Angst im Dunkeln hat, der Umarmungen braucht, der seinen eigenen Kopf hat und trotzdem verständnisvoll ist. Mit dem man reden kann.

Und das nehme ich mir mit in die nächste stressige Situation in der Türen fliegen und unbedacht böse Worte fallen. Ich werde es zumindest versuchen!

Danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt – im zweiten Teil geht es dann wieder um was mit Hochzeiten 😉

*Love, Kitty

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